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Man stelle sich vor, man möchte zu Fuß eine Kreuzung überqueren, links und rechts kommen keine Autos oder Radfahrende – dennoch springt das Ampelzeichen für Fußgängerinnen und Fußgänger einfach nicht auf Grün um. In Wien gehört dieses Szenario der Vergangenheit an. Die TU Graz hat gemeinsam mit der MA 33 (Wien Leuchtet) nämlich ein System entwickelt, das auf Querungswünsche der Zufußgehenden Rücksicht nimmt.

Die smarten Ampeln haben nicht bloß Bewegungssensoren eingebaut. Das neue System erkennt – mittels optischer Detektion in etwa vier Metern Höhe – die sich nähernden Fußgängerinnen und Fußgänger und kann diese in rund acht Metern Entfernung erfassen. Der Algorithmus der Software berechnet aufgrund der Bewegungsrichtung den vermutlichen weiteren Wegverlauf und leitet diese Daten an die Ampelschaltung weiter. Erreichen die Passantinnen und Passanten die Ampel, bekommen diese dann gleich Grün. Datenschutzbedenken brauche die Bevölkerung keine haben, denn das System arbeite offline und die Daten verlassen die Box nicht, können auch nicht extern ausgelesen werden, sagt TU-Graz-Vizedirektor Horst Bischof. Bereits umgesetzt sind die Ampeln an diesen Kreuzungen:

  • 4., Favoritenstraße – Taubstummengasse
  • 6., Magdalenenstraße – Kaunitzgasse
  • 9., Spittelauer Lände – Gusenbauer Gasse
  • 10., Wienerbergstraße – Eschenallee
  • 12., Längenfeldgasse – Karl Löwe Gasse

Noch mehr Vernetzung

Im nächsten Schritt sollen Ampeln nicht nur Zufußgehende erkennen, sondern insgesamt intelligenter und flexibler werden. Dies gelingt, indem Ampelanlagen miteinander kommunizieren und so beispielsweise unvorhersehbare Staus, die sich spontan durch Unfälle oder auch Baustellen bilden, rascher auflösen. So passen sich die Ampelphasen an die tatsächliche Verkehrslage an, was nicht nur den Verkehrsfluss verbessert, sondern auch zu einer Emissionsreduktion führt. Smartphones und Navigationsgeräte sollen diese verkehrstechnisch wichtigen Daten erhalten und anhand dieser berechnen, mit welcher Geschwindigkeit sich das Fahrzeug fortbewegen muss, um möglichst wenige rote Ampeln zu erreichen.

Umwelt- und Wettersensoren

Zusätzlich sollen in den nächsten Jahren rund 10.000 Wetter- und Umweltsensoren in den Wiener Ampeln verbaut werden, die Temperatur und Luftfeuchte messen – um etwa Hitzeinseln in der Stadt ausfindig zu machen. Langfristig sollen die Sensoren auch Stickoxid, Schwefeloxid und Schall messen. Das bietet die Möglichkeit, „sehr, sehr viele Sensoren und Schnittstellen von Maschine-zu-Maschine-Kommunikation anzubieten“, sagt Günther Tschabuschnig von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die Sensoren generieren Messwerte aus der Umgebung, die ausgewertet und analysiert für Anwendungen genutzt werden können, die heute vielleicht noch gar nicht vorstellbar sind.

Kontakt

MA 33 – Wien leuchtet

E-Mail: post@ma33.wien.gv.at

Website: MA 33 – Ampeln

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