© Wiener Linien / Johannes Zinner

Wiens U-Bahn- und Straßenbahngarnituren erzeugen beim Bremsen Energie. Ein größerer Teil der Flotte ist technisch schon länger in der Lage, zwischen einem Viertel und einem Drittel der Bremsenergie zurückzugewinnen. Die Wiener Linien haben nahe der U2-Station Hardegggasse eine Pilotanlage installiert, um die Bremsenergie der Züge noch effizienter zu nutzen. Überall sonst in Wien nehmen vor allem Züge in unmittelbarer Nähe den erbremsten Gleichstrom auf und nutzen diesen zum Anfahren. Befindet sich kein weiteres Fahrzeug im gleichen Netzsektor, setzt sich die Bewegung in den Bremswiderständen am Zug in Wärme um, die im Winter die Innenräume heizt oder verloren geht. Die Pilotanlage macht es möglich, dass die bremsenden Züge auch Rolltreppen, Aufzüge und Lichter in den Stationen mit Energie versorgen.

Wechselrichter sorgt für Flexibilität

Die Antriebsmotoren wirken beim Bremsen als Generatoren und wandeln die Bewegungsenergie in elektrische Energie um. In der Pilotanlage wandelt ein Wechselrichter den erzeugten Gleichstrom der U-Bahn in Wechselstrom um. So lässt er sich nicht nur im Tram-Oberleitungsnetz bzw. im Stromschienennetz der U-Bahn direkt nutzen, sondern auch ins Netz rückspeisen. Allein die einjährigen Tests erzeugten bis 2018 rund 1,6 Gigawattstunden (GWh) Wechselstrom. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 360 Haushalten oder einer Rechnung knapp über 100.000 Euro. Das verbesserte Recycling macht somit den gesamten U-Bahn-Betrieb nicht nur energieeffizienter, es führt auch zu geringeren CO2-Emissionen und bringt der Stadt einen wirtschaftlichen Nutzen, weil die Betriebskosten der Öffis weiter sinken.

Weitere Anlagen geplant

Daher planen die Verkehrsbetriebe fünf weitere, über das ganze U-Bahnnetz verteilte Anlagen. Den Piloten förderten die Wiener Stadtwerke und die Wiener Lokalbahnen aus Mitteln des FTI-Innovationsfonds. Aktuell beträgt der Anteil des U-Bahn-Fahrstroms am gesamten Stromverbrauch der Wiener Linien etwa 40 Prozent. Das sind ca. 170 GWh pro Jahr oder der Jahresbedarf von ca. 50.000 Wiener Haushalten. Um die Energieproduktivität beim Fahren weiter zu steigern, braucht es also smarte Ideen.

Verkehr und Energie sind maßgebliche Säulen der Smart City Wien Rahmenstrategie, um die CO2-Emissionen und den Ressourcenverbrauch vor Ort zu verringern. Da wachsende Städte mit steigenden Fahrgastzahlen zu rechnen haben, ist das Thema „Rückspeisung“ auch international en vogue. Die Smart City Wien kann hier zu einem Vorbild für andere werden.

Hier finden Sie ein Video, das das Projekt anschaulich zusammenfasst.

Kontakt

Johanna Griesmayr, BA

Presse und Kommunikation

Wiener Linien GmbH und Co KG

E-Mail: johanna.griesmayr@wienerlinien.at

Website: Wiener Linien

This post is also available in: Englisch