(c) Wiener Linien - Thomas Jantzen

Im Zuge des Projekts wird mit einer Pilotanlage getestet, wie man die durch das Bremsen eines U-Bahnzuges erzeugte Energie effizienter nutzen kann. Diese Energie soll unterstützend in den U-Bahn-Stationen für Aufzüge, Beleuchtung und Rolltreppen verwendet werden und den Energieverbrauch nachhaltig senken.

Fast alle U-Bahnen und Straßenbahnen der Wiener Linien besitzen bereits die Fähigkeit, beim Bremsen des Zuges die Bewegungsenergie (Bremsenergie) als elektrische Energie zurückzugewinnen und ins Gleichstromnetz zurückzuspeisen. Diese Energie kann ein Zug im nächsten Umfeld beim Anfahren verwenden. Befindet sich kein anfahrendes Fahrzeug in der Nähe des rückspeisenden Fahrzeugs, so wird diese Energie in den Bremswiderständen am Zug in Wärme umgesetzt.

Ziel des Projekts ist in einer Pilotanlage zu testen, wie man die anfallende Energie beim Bremsen eines U-Bahnzuges besser nutzen kann. Durch Einspeisung der Bremsenergie ins Mittelspannungsnetz soll der Energieverbrauch nachhaltig gesenkt werden. Die bisher ungenutzte Bremsenergie soll die Verbraucher in den U-Bahn-Stationen (z.B. Aufzüge, Fahrtreppen) unterstützend versorgen. Die Pilotanlage wurde am 19. September 2016 installiert.

Hintergrund

Öffentlicher Verkehr bewegt die Stadt und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität in Wien. Die Energieintensivität des Verkehrs verpflichtet jedoch zur Energieeffizienz. Aktuell beträgt der Anteil des Fahrstromverbrauchs der U-Bahn am gesamten Stromverbrauch der Wiener Linien ca. 40 Prozent. Das sind ca. 170 GWh pro Jahr, was dem Jahresverbrauch von ca. 50.000 Wiener Haushalten entspricht. Mit diesem Projektvorhaben wird die Energieeffizienz im U-Bahnbetrieb verbessert. Es kommt zur Energieeinsparung und einer damit verbundenen Reduktion der CO2-Emissionen. Das Projekt hat zusätzlich einen wirtschaftlichen Nutzen für die Wiener Linien da die Kosten für den U-Bahn-Fahrstrom – eine nennenswerte Kostenstellen der Betriebskosten des Unternehmens – reduziert werden können.

Durch die moderne Fahrzeugflotte und die energieoptimierte Fahrweise mittels Zugbeeinflussung (LZB – Teil der Zugsicherungstechnik) sind die Wiener Linien im U-Bahnbetrieb bereits heute international auf sehr hohem Niveau. Um die Energieproduktivität im Bereich der Fahrenergie zu steigern, mussten nun jedoch neue Wege beschritten werden. Da es bei jedem Verkehrsbetreiber unterschiedliche betriebliche und technische Ausgangspositionen gibt, sind keine Standardlösungsmodelle vorhanden. Es ist die Aufgabe der Wiener Linien, die beste Lösung für die Gegebenheiten (Betrieb, Fahrzeuge, Infrastruktur) zu finden, um damit eine praktikable, effiziente Anwendung zur Energieeffizienzsteigerung im U-Bahnnetz der Wiener Linien zu entwickeln.

Da weitere Ausbaupläne des Wiener U-Bahnnetzes bestehen, sowie steigende Fahrgastzahlen mit dem Wachstum der Stadt erwartet werden, können alle gewonnen Erkenntnisse auch im weiteren U-Bahnausbau Eingang finden, mit dem Ziel, die Energieproduktivität mit wachsendem Angebot zu steigern. International wird das Thema der Rückspeisung intensiv diskutiert. Die Erfahrungen in Wien können auch Vorbildwirkung für andere Verkehrsbetreiber haben.

Das Projekt wurde mit Mitteln des FTI-Innovationsfonds der Wiener Stadtwerke und dem Projektpartner Wiener Lokalbahn gefördert.

Hier finden Sie ein Video, das das Projekt anschaulich zusammenfasst.

Kontakt

Johanna Griesmayr, BA

Presse und Kommunikation

Wiener Linien GmbH und Co KG

E-Mail: johanna.griesmayr@wienerlinien.at

Website: Wiener Linien

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