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Energie aus
Klärschlamm.

Wir machen Strom
aus Großem.

FAKTEN

  1. Durch E_OS werden jährlich etwa 40.000 Tonnen CO₂ eingespart. Ab dem Jahr 2020 wird die Hauptkläranlage pro Jahr 15 Gigawattstunden mehr an Strom und 42 Gigawattstunden mehr an Wärme produzieren als sie selbst verbraucht.
  2. Die Müllverbrennungsanlagen von Wien Energie verwerten jährlich rund 900.000 Tonnen Abfall, Sondermüll und Klärschlamm. Die dabei gewonnene Wärmeenergie – rund 1,5 Millionen Megawattstunden pro Jahr – wird ganzjährig in das Fernwärmenetz eingespeist.
  3. Seit 1970 ging der Wasserverbrauch in Wien trotz wachsender Bevölkerung um ¼ zurück.

Energiebilanz der Wiener Hauptkläranlage
Prognose ab 2020 (nach Realisierung von E_OS)

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„Energieeffizienz und die Produktion von Ökoenergie sind wesentliche Ziele der von der ebswien betriebenen Wiener Hauptkläranlage. Das Projekt „Energie-Optimierung Schlammbehandlung“ (E_OS) sieht die optimale Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Energie vor. Der Schlamm, der bei der Abwasserreinigung als „Restprodukt“ entsteht, wird dazu eingedickt und auf 38 Grad Celsius erwärmt. Danach wird er in sechs jeweils 35 Meter hohe Faulbehälter mit einem Volumen von insgesamt 75.000 Kubikmetern gepumpt. Dort entsteht unter Luftabschluss Klärgas. Dieses besteht zu zwei Dritteln aus energiereichem Methan. Das Klärgas wird anschließend in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt. Durch das Projekt E_OS sinkt der Ausstoß an CO2 um 40.000 Tonnen jährlich, die ebswien wird ab 2020 zur Energieselbstversorgerin – ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Wiener Klimaschutzziele.“ Miklos Papp, Projektleiter, ebswien

www.ebswien.at/hauptkläranlage

© Christian Houdek - MA 53

Die Hauptkläranlage Wien ist auf dem Weg zur Energieautarkie. Dadurch können jährlich 40.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die ebswien hauptkläranlage ist auf dem Weg von einer großen Energie-Verbraucherin zur Energie-Selbstversorgerin: Mit dem Projekt SternE konnte der Fremdenergieeinsatz des Stadt Wien-Tochterunternehmes bereits um elf Prozent reduziert werden. Mit dem Projekt “Energie-Optimierung Schlammbehandlung” (EOS) kann die ebswien ab dem Jahr 2020 die für die Abwasserreinigung benötigte Energie zu mehr als 100 Prozent selbst aus dem erneuerbaren Energieträger Klärgas erzeugen.

Die Hauptkläranlage Wien zählt bereits heute zu den energieeffizientesten Kläranlagen. Künftig wird sie in ihrer Größenklasse hinsichtlich eines nachhaltigen Umweltschutzes einen neuen Maßstab setzen.

Ablauf der Energiegewinnung

Das Projekt EOS sieht die optimale Nutzung der im Klärschlamm enthaltenen Energie vor. Der Schlamm, der bei der Abwasserreinigung als “Restprodukt” entsteht, wird dazu eingedickt und auf 38 Grad Celsius erwärmt. Danach wird er in sechs jeweils 35 Meter hohe Faulbehälter mit einem Volumen von insgesamt 75.000 Kubikmetern gepumpt. Dort entsteht unter Luftabschluss bei der sogenannten “anaeroben Stabilisierung” Klärgas. Dieses besteht zu zwei Dritteln aus energiereichem Methan und wird als erneuerbarer Energieträger anerkannt. Das Klärgas wird anschließend in Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt.

Umsetzung

Das Projekt EOS sieht folgende Maßnahmen als technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Lösung vor:

  • Neuerrichtung von Vorklärung und 1. biologischer Stufe
  • Errichtung einer Schlammfaulung mit Klärgasgewinnung in sechs Faulbehältern sowie Gasverwertung in Blockheizkraftwerken

Bei der Planung des Projektes wurden innovative Aspekte berücksichtigt, die einen höchstmöglichen Energiegewinn sicherstellen. Dazu gehören die Maximierung der elektrischen Energieproduktion für die Abwasserreinigung beziehungsweise die Überschusseinspeisung ins öffentliche Netz, die Nutzung der gesamten produzierten Wärme in Form von Fernwärmeeinspeisung sowie die Nutzung der Restwärme für die Schlammfaulung:

  • Die Verfahrenstechnik der neuen 1. Stufe wird so gewählt, dass der Energieaufwand für die Belüftung weiter minimiert und umgekehrt der Energieinhalt des Schlammes maximiert wird. So lässt sich die Gasausbeute und damit die Energieerzeugung im Vergleich zu konventionellen Kläranlagen deutlich steigern.
  • Die Oberflächenbelüftung in flachen Becken wird auf eine energieeffizientere Druckbelüftung in tiefen Becken umgebaut.
  • Eine getrennte Behandlungsanlage für die Abwässer aus der Schlammentwässerung mit hohen Stickstoffbelastungen wird optimal in das Gesamtkonzept eingebunden, um die Stickstoffentfernung weiterhin auf hohem Niveau sicherzustellen.
  • Beim in die Faulung eingebrachten Schlamm wird durch maschinelle Voreindickung eine hohe Schlammtrockensubstanz von acht Prozent sichergestellt. Damit wird sowohl der Energiebedarf für das Aufheizen des Schlammes auf die Faulbehältertemperatur von circa 38 Grad Celsius als auch das notwendige Faulbehältervolumen reduziert.

Versuchsanlage bestätigt Prognosen

Mit der Anfang 2013 in Betrieb genommenen EOS-Versuchsanlage im Maßstab 1:600 konnten unterdessen die in der Machbarkeitsstudie getroffenen Prognosen bezüglich der Energieausbeute bestätigt werden. Zudem wurden wichtige Erkenntnisse für die Umsetzung gewonnen. Damit steht fest, dass ab 2020 der gesamte Energiebedarf der Hauptkläranlage Wien – immerhin ein knappes Prozent des Wiener Gesamtstromverbrauchs – aus der erneuerbaren Energiequelle Klärschlamm gewonnen werden kann. Das Ergebnis ist eine energetisch optimierte Kläranlage, die für ihre Größenklasse bei gleichzeitiger Sicherstellung der gesetzlich geforderten Reinigungsleistungen einen neuen Maßstab im Sinne eines nachhaltigen Umweltschutzes setzen wird. Der Ausstoß an CO2-Äquivalenten sinkt durch das Projekt EOS um 40.000 Tonnen pro Jahr – ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Wiener Klimaschutzziele.

Zeitplan

  • 2010: Vorlage Machbarkeitsstudie im Dezember
  • 2012: EOS wird im Februar einstimmig im Wiener Gemeinderat beschlossen.
  • 2013: Inbetriebnahme EOS-Versuchsanlage im März
  • 2013: Einreichung Umweltverträglichkeitserklärung im August
  • 2014: Ausschreibungsverfahren für Hauptgewerke
  • 2015: Baubeginn im Sommer
  • 2017 bis 2019: Teilinbetriebnahmen
  • 2020: Baufertigstellung und Vollbetrieb Ende des Jahres

Kontakt

Mag. Karl Wögerer

ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.

E-Mail: k.woegerer@ebswien.at

Website: http://www.ebswien.at/hauptklaeranlage/

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