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Das großflächige Begrünen von Fassaden verbessert das Klima sowohl in den Gebäuden als auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ausgehend von der Ausbildung einer bestehenden Fassade können formal passende grüne Strukturen entwickelt werden.

Welches Potenzial bieten begrünte Fassaden in dicht bebauten innerstädtischen Gebieten Wiens? Was bedeutet es für das städtische Kleinklima, was für das Befinden der Bewohnerinnen und Bewohner?  In welchem Ausmaß können vertikale grüne Flächen die Qualität einer Gegend steigern? Welche Struktur der Begrünung braucht eine bereits bestehende Architektur, um ihr ursprüngliches Gesicht zu wahren? Soll diese überhaupt gewahrt bleiben? Dies waren die Fragen, denen im Falle der beiden folgenden Fassadenbegrünungsprojekten, nachgegangen wurden.

Zentrale der MA48

Die Zentrale der MA 48 wurde in Richtung Gürtel und Einsiedlergasse mit einer grünen Fassade versehen. Insgesamt wurden auf 850 Quadratmeter Fassade  2.850 Laufmeter Pflanzentröge aus Aluminium montiert. In enger Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien und den Wiener Stadtgärten wurden aus 60 Arten wurden verschiedenen Pflanzen von Federnelken und Schafgarbe über diverse Kräuter, Stauden, Gräser bis hin zu Grasnelken ausgewählt. Eingepflanzt wurden insgesamt rund 17.000 Pflanzen. Sie werden zwischen 15 bis 60 cm hoch, manche Pflanzen wie die Katzenminze blühen im Sommer farbenfroh. Die  vertikalen Flächen tragen unter anderem zur Staubfilterung und Luftverbesserung in der Umgebung bei.

Das Pflanzenkleid bietet zusätzlich einen Regen- und Windschutz und hat einen positiven Einfluss auf die Schall- und Wärmedämmung. Das Projekt wurd gemeinsam mit der MA 42 umgesetzt und von der BOKU  und dem Institut für Meteorologie wissenschaftlich begleitet und dokumentiert. Die BOKU dokumentierte mikroklimatische Auswirkungen wie Lufttemperatur- und Feuchte vor, in und hinter der Fassade, Bodenfeuchte und abgestrahlte Wärme, sowie den Wasserhaushalt und die bauphysikalische Wirkung. Die Grünwand ist eine Entwicklung der Firma TECH METALL in Zusammenarbeit mit der Firma Dachgrün.

Grabnergasse 4

Die Süd/West-Fassade der Grabnergasse 4, ein Bau aus den 1960er Jahren galt es thermisch zu sanieren und mit einer neuen grünen Funktion bzw. Struktur zu kombinieren. Da die Begrünung nicht direkt auf der bestehenden Fassade angebracht werden kann wurde eine Tragkonstruktion auf eigenem Fundament vor das Gebäude gestellt und diese (nichttragend) an die Fassade angelehnt.

(c) Anna Stoecher

An den tragenden Stützen aus rechteckigen Hohlprofilen wurden direkt Tröge befestigt, welche die Tragkonstruktion aussteifen, einen großen Wurzelraum bilden und Sonnenschutz von oben bieten. Durch den großen Wurzelraum ergibt sich die Möglichkeit Kletter- und Rankpflanzen zu verwenden, die auf Rankgerüsten über die Geschosshöhen hinauswachsen können. Diese bewachsenen Rankgerüste können in der Vegetationszeit den seitlichen Sonnenschutz bilden. Durch immergrüne Ranken wird die seitliche Beschattung auch im Winter, wenn auch in geringerem Ausmaß, vorhanden sein. Die Rankgerüste sind konstruiert, dass sie die optimale Unterstützungen für die Pflanzen bilden, aber auch optisch reizvoll die Fassade gliedern, so lange diese nicht begrünt ist.

Die Tröge sind abwechselnd mit feststehenden Sonnenschutzlamellen angeordnet und ergeben in dieser geschossweise wechselnden Konstellation ein großflächiges Gesamtmuster an der Fassade oberhalb des Erdgeschosses. Die Bepflanzung und die Tröge bewirken eine optimale Beschattung bei gleichzeitig freiem Ausblick.

Kontakt

Zentrale der MA48:

Mag.a Anita Voraberger

Mediensprecherin StRin Mag.a Ulli Sima

E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

Grabnergasse 4:

Rataplan Architektur ZT GmbH

E-Mail: info@rataplan.at

Website: www.rataplan.at

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