© Roman Bönsch - ÖBB

Neben dem neuen Hauptbahnhof, der den Verkehr nach und durch Wien erheblich erleichtert, entstand rund um das Gebiet des Hauptbahnhofs außerdem ein vollkommen neuer Stadtteil mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und verschiedensten Freizeitangeboten.

Das Gesamtprojekt Hauptbahnhof Wien mit einer Größe von 109 Hektar ist derzeit die bedeutendste Infrastrukturmaßnahme für die Stadt und ihre Menschen. Nur 2,5 Kilometer Luftlinie vom Stephansplatz entfernt entsteht hier ein neues Stadtviertel, das sich mit seinem Herzstück – dem neuen Hauptbahnhof Wien – durch beste Verkehrsanbindungen und hohe Wohn- und Lebensqualität auszeichnet.

Von keinem anderen Ausgangspunkt in Wien sind – dank Hauptbahnhof, den innerstädtischen öffentlichen Verkehrsmitteln und der Anbindung an den Flughafen Wien – Reiseziele in Österreich, Europa und der ganzen Welt schneller erreichbar.

Das neue Stadtviertel bietet zeitgemäße Mobilität und gleichzeitig einen Lebensraum in zentraler Lage mit kompletter städtischer Infrastruktur und einem Stück Natur vor der Haustür.

Optimale regionale, nationale und internationale Anbindungen

Der neue Hauptbahnhof wird als Durchgangsbahnhof mit zwölf Gleisen und zehn Bahnsteigkanten errichtet: Erstmals werden Züge aus allen Richtungen in der Bundeshauptstadt ankommen und in alle Richtungen verbunden. Mit der Schaffung einer hochleistungsfähigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung wird der Bahnhof zur wichtigsten Drehscheibe für den regionalen, nationalen und internationalen Reiseverkehr und zu einem zentralen Knotenpunkt im transeuropäischen Schienennetz.

Für Fahrgäste bedeutet dies schnellere Zugsverbindungen, mehr Reisekomfort durch einfaches Umsteigen und optimale Anbindungen sowie Barrierefreiheit gemäß den neuesten Standards. Der neue Bahnhof lässt Europas Städte näher zusammenrücken und Grenzen verschwinden: Die Strecke Salzburg bis Budapest wird direkt über den Hauptbahnhof Wien in fünf Stunden statt in derzeit rund sechs Stunden zurückzulegen sein. Im Nah- und Regionalverkehr werden schnelle Direktverbindungen ermöglicht: von Eisenstadt nach St. Pölten oder von Wiener Neustadt nach Bratislava – ohne Umsteigen.

Bahnhofsgebäude

Der neue Hauptbahnhof wird auf dem Gelände zwischen dem ehemaligen Süd- und Ostbahnhof und dem Südtiroler Platz errichtet. Der neue Bahnhof mit Haupteingang am Südtiroler Platz wird hell und barrierefrei gestaltet. Rolltreppen und Lifte bringen die Reisenden zu den insgesamt fünf Bahnsteigen. Auf 20.000 Quadratmeter Fläche laden rund 100 Geschäfte und zahlreiche Gastronomiebetriebe zum Verweilen ein. Unterhalb der Bahnflächen entsteht eine Garage für mehr als 600 Autos und drei Fahrradgaragen mit rund 1.100 Stellplätzen.

Visueller Blickfang des neuen Bahnhofs ist das gefaltete, rautenförmige Dach, das die Bahnsteige überspannt. Diese rund 25.000 Quadratmeter große, lichtdurchlässige Überdachung sorgt für eine helle und freundliche Atmosphäre. Übersichtliche Leitsysteme helfen den Reisenden, sich zu orientieren. Am Detailkonzept “Barrierefreiheit am Hauptbahnhof” wird bereits intensiv gearbeitet, damit die Verkehrsstation nach dem neuesten Stand der Technik barrierefrei gestaltet wird.

Neue Stadtteile rund um den Bahnhof

Rund um die Verkehrsstation entsteht auf einem 59 Hektar großen ehemaligen ÖBB-Areal ein ganz neuer Stadtteil. Insgesamt werden rund 5.000 Wohnungen für 13.000 Menschen, Büros für 20.000 Arbeitsplätze sowie Hotels, Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe realisiert. Das Stadtentwicklungsgebiet liegt zwischen Wiedner Gürtel im Norden, Arsenalstraße im Osten und Sonnwendgasse/Gudrunstraße im Süden und Westen.

Im Süden des Areals, im sogenannten Sonnwendviertel, wird vor allem ein attraktives Wohnviertel rund um den sieben Hektar großen Helmut-Zilk-Park realisiert. An der Ecke Wiedner Gürtel/Arsenalstraße entsteht der Erste Campus – das neue Headquarter der Erste Group Bank AG. Südlich davon baut ein Bauträger Büro- und Wohngebäude. Am südlichen Vorplatz des Bahnhofs wird die ÖBB-Konzernzentrale errichtet. Im Herbst 2014 wurden ein Bildungscampus und ein Jugendtreff eröffnet.

Für den elf Hektar großen nordöstlichen Teil des Stadtentwicklungsgebiets wurde im Jahr 2012 im Rahmen eines kooperativen Verfahrens ein neues städtebauliches Leitbild entwickelt. Ziel war es, die städtebauliche Situation zu optimieren und einen verstärkten Fokus auf kleinteilige Strukturen zu legen. Ab 2016 soll hier für 3.500 Menschen ein lebhaftes Quartier mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Gastronomie, Nahversorgung, Beratungs- und Sozialeinrichtungen entstehen. Es wird vom Individualverkehr weitgehend durchfahrtsfrei sein und Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität bieten.

Nachhaltig planen, bauen und betreiben

Größten Wert wurde bei der Planung des Hauptbahnhofs auf einen sorgfältigen und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt gelegt. Insgesamt drei Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) wurden durchgeführt. Eine Klimabelastung durch Luftschadstoffe sowie weitere Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche, etwa durch Lärm oder auf das Grundwasser, wurden untersucht und bewertet. Ein beeindruckendes Beispiel für die festgelegten Schutzmaßnahmen: rund 14.000 Lärmschutzfenster und acht Kilometer Lärmschutzwände.

Bei der Errichtung des Hauptbahnhofs wird außerdem auf zu eine umweltfreundliche Baustellenabwicklung geachtet: Das gesamte wiederverwertbare Material – insbesondere Betonabbruch und Gleisschotter – wurde auf dem Gelände aufbereitet und wieder eingesetzt. Erdaushub, der auf der Baustelle nicht mehr verwendet werden konnte, wurde mit der Bahn abtransportiert. Dazu wurde ein eigenes Ladegleis angelegt. Um den enormen Bedarf an Beton decken zu können, produzierte eine baustelleneigene Betonmischanlage bis zu 180 Kubikmeter Beton pro Stunde. All diese Maßnahmen bedeuteten eine entscheidende Minimierung der Transporte vom und auf das Gelände.

Der Einsatz nachhaltiger Materialien und die Erreichung einer hohen Energieeffizienz der Gebäude haben ebenso höchste Priorität: Geothermie, Fotovoltaik, Fernkälte, Fernwärme, ein integriertes CO2-gesteuertes Lüftungssystem sowie Grauwassernutzung machen den Hauptbahnhof zu einem energieeffizienten, umwelt- und ressourcenschonenden Vorzeigeprojekt.

Kontakt

Michael Braun

E-Mail: michael.braun@oebb.at

Website: www.wien.gv.at/hauptbahnhof oder www.hauptbahnhof-wien.at

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