© Julia Beck/Tatwort

Grüne Fassaden beugen urbanen Hitzeinseln vor, verbessern das Mikroklima und bringen zudem die Natur zurück in die Stadt. Das Forschungsprojekt „50 Grüne Häuser“ hat hierfür eine Gesamtlösung für eine straßenseitige Umsetzung von Fassadenbegrünung an Bestandsimmobilien geschaffen. War es früher notwendig, langwierige Abwicklungs- und Genehmigungsprozesse zu durchlaufen, um Pflanzentröge an der Fassade entlang zu platzieren, bietet das Projekt nun eine preiswerte All-in-One-Lösung mit dem BeRTA-Grünfassaden-Modul.

BeRTA steht für Begrünung, Rankhilfe, Trog und All-in-One. Es besteht aus einem Pflanzengefäß mit 300 Liter Fassungsvermögen, einer Rankhilfe, Substrat sowie zwei Kletterpflanzen, die für rund 8 m² Begrünung sorgen. Die Projektplanerinnen und -planer nehmen bei der Pflanzenauswahl auch Rücksicht auf Standort sowie die Fassadenbeschaffenheit. Expertinnen und Experten begleiten die Interessierten beim kompletten Prozess: vom ersten Vor-Ort-Termin über die Planung bis zur Errichtung der Grünfassade.

Derzeit gibt es acht Standorte in Wien-Favoriten, wo Interessierte Prototypen der BeRTA-Module besichtigen können. Zudem läuft bis zum Sommer 2021 die Evaluierung des Projekts, bei der die Verantwortlichen den Zustand der Pflanzen überprüfen und Hausbewohnerinnen und Hausbewohner sowie die Pflegebeauftragten befragen. Das Feedback bisher ist positiv. „Das Haus wirkt optisch lebendiger durch die Pflanzen und ich vermute, dass sich das positiv auf die Stimmung der Passantinnen und Passanten auswirkt“, sagt eine Bewohnerin über die BeRTA-Grünfassade.

Gegen den Klimawandel

Laut Klimaprognosen wird der Sommer in Wien noch heißer – bis zu 100 Hitzetage mit Temperaturen über 30 °C pro Jahr sind prognostiziert. Ein Ziel der Smart City Wien Rahmenstrategie ist es, die Stadt mit wohnungsnahen Grün- und Freiräumen zu versorgen. Auch Bauwerksbegrünungen wie die BeRTA-Grünfassaden-Module helfen dabei, die gefühlte Temperatur bei Hitze um bis zu 13 °C zu senken und tragen somit wesentlich dazu bei, die Auswirkungen der Klimakrise zu lindern. „BeRTA ermöglicht es Hausverwaltungen und Eigentümerinnen und Eigentümern, Fassaden einfach und kostengünstig zu begrünen und so einen Beitrag zu einer kühleren und lebenswerteren Stadt zu leisten“, sagt Susanne Lins, Projektleitung der „50 Grünen Häuser“.

© Gruenstattgrau - Isabel Mühlbauer

© Isabel Mühlbauer/Grünstattgrau

Das Rundum-sorglos-Paket ist ab sofort auf www.berta-modul.at erhältlich, die Stadt Wien unterstützt die Umsetzung über Förderung und Kofinanzierung mit bis zu 5.700 Euro. Das Projekt ist Teil von „Stadt der Zukunft“, ein Forschungs- und Technologieprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT).

Kontakt

Mag. Susanne Lins, MAS, MSc
Geschäftsführende Gesellschafterin
tatwort Nachhaltige Projekte GmbH

E-Mail: susanne.lins@tatwort.at
Website: www.50gh.at