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Ampeln sind ein maßgeblicher Faktor für einen reibungslosen Verkehrsfluss. Ampelanlagen mit FußgängerInnenerkennung und ein ganzheitlich vernetztes Ampelsystem sollen in Wien in Zukunft dabei helfen den Verkehr flüssiger und effizienter zu machen.

Mit einem Kamerasystem ausgestattete Ampeln sollen in Zukunft die Wartezeit für FußgängerInnen verkürzen. Getestet wird dieses System seit Mai 2017 an einer unbekannten Kreuzung im zehnten Wiener Gemeindebezirk – dadurch soll sichergestellt werden, dass sich FußgängerInnen natürlich verhalten und die Ergebnisse nicht vorsätzlich verfälscht werden. Bei einem positiven Testergebnis soll die Technologie langfristig Ampelanlagen mit Druckknöpfen ersetzen.

Algorithmen erkennen Querungswunsch

Das von der TU Graz und der MA 33 (Wien leuchtet) entwickelte System unterscheidet sich wesentlich von einem simplen Bewegungssensor. Während ein solcher auch bei einer vorbeifliegenden Objekten auf Grün schalten würde, erkennt die Ampelkamera nicht nur Personen sondern auch ob ein Querungswunsch besteht oder nicht. „Dieses System kann erkennen, möchte diese Person tatsächlich die Fahrbahn queren oder wartet sie nur dort und hat mit der Ampel eigentlich gar nichts am Hut“, so Walter Mimmler von der MA 33. Durch die neuen Ampelanlagen sollen unnötig lange Wartezeiten und somit der Komfort der FußgängerInnen verbessert werden.

Strenge Rahmenbedingungen während der Testphase

Mit der Ampelkamera in Wien Favoriten wird die Zuverlässigkeit der Technologie überprüft. Das System darf bei 10.000 FußgängerInnen höchstens 50 Mal falschliegen. Wenn die Fehlerquote eingehalten wird, steht einer großflächigeren Umsetzung nichts mehr im Weg. Diese soll bereits im Frühjahr 2018 starten. Mit Kosten von ca. 5.000€ ist das neue System laut Walter Mimmler gleich teuer wie herkömmliche FußgängerInnenampeln mit Druckknöpfen.

Vernetzte Ampeln

Neben Ampelanlagen mit FußgängerInnenerkennung, gibt es in der Stadt Wien außerdem Bestrebungen das Ampelsystem als Ganzes intelligenter und flexibler zu machen. Das soll durch eine Vernetzung aller Ampelanlagen gelingen. Dadurch können die einzelnen Anlagen miteinander kommunizieren und unvorhersehbare Staus, die sich durch Unfälle oder Baustellen bilden, schneller auflösen. Das heißt, dass sich die Ampelphasen an die tatsächliche Verkehrslage anpassen können, dadurch den Verkehrsfluss verbessern und folglich zu einer Emissionsreduktion führen.

Integration in Navigationssysteme

Die Ampeln sollen jedoch nicht nur miteinander kommunizieren, sondern verkehrstechnisch wertvolle Informationen auch an Smartphones und Navigationsgeräte weitergeben. Diese könnten mit diesen Informationen wiederrum berechnen mit welcher Geschwindigkeit sich das Auto bewegen müsste um möglichst selten an roten Ampeln stehenbleiben zu müssen. Auch entsprechende Anzeigetafeln entlang bestimmter Routen könnten das Tempo für die Grüne Welle angeben. „Zum Beispiel hätten wir mit dieser Ampel die Möglichkeit, die Grüne Welle bei 40 Km/h zu schalten um auf diese Art und Weise natürlich Stauvermeidung zu betreiben. Das braucht eine moderne Millionenmetropole wie Wien. Ich denke, dass das eine gute Investition ist in unsere Zukunft“, so Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou.

Kontakt

MA 33 – Wien leuchtet

E-Mail: post@ma33.wien.gv.at

Website: MA 33 – Ampeln

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