Technologiezentrum Seestadt © Kurt Kuball

Das erste gewerblich genutzte Plusenergie-Gebäude Österreichs leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Wien. Zwei weitere Gebäude mit einer Fläche von rund 10.000 m² sind schon in Planung.

Mit dem ersten Gebäude des Technologiezentrum Seestadt, das im August 2012 fertiggestellt wurde, trug die Wirtschaftsagentur Wien nicht nur maßgeblich zur Entwicklung der Seestadt Aspern bei. Sie baute gleichzeitig das erste gewerblich genutzte Plusenergie-Gebäude Österreichs. Mit dem erzielten Ergebnis einer optimierten Energiebilanz und einer nahezu lückenlos ökologischen Bauweise leistet die Wirtschaftsagentur Wien damit auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Wien.

Deklariertes Ziel des Projektes war es, über das Jahr gerechnet einen Plusenergiestandard in dem Objekt zu erreichen. Das heißt: Das Gebäude produziert im Vollbetrieb selbst mehr Strom, als es verbraucht. Außerdem sollte der Kriterienkatalog klima:aktiv mit mindestens 700 Punkten erreicht werden.

klima:aktiv ist ein Qualitätsnachweis für Gebäude, die Kriterien zur Energieeffizienz, Ökologie und Behaglichkeit auf höchstem Niveau einhalten. Es zeichnet Wohn- und Dienstleistungsgebäude in ganz Österreich aus, die höchste Standards in Planungs- und Ausführungsqualität, Qualität der Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluft aufweisen.

Daten und Fakten

  • Nutzung: Büro, Produktions- und Gewerbeflächen, Seminarbereich, Restaurant
  • Grundfläche: Ca. 10.620m² Nettofläche
  • Baubeginn: Juni 2011
  • Fertigstellung: August 2012
  • Budget: ca. 15 Mio. €

Die Erweiterung

Um den Bedürfnissen der Wiener Unternehmen im Bereich städtischer Produktion und Industrie 4.0 gerecht zu werden, wird das Technologiezentrum Seestadt um zwei neue Gebäude erweitert. Mit zusätzlichen 10.000 m² werden Raum und passende Infrastruktur geschaffen, damit technologieaffine Unternehmen neue Wege in der Automatisierungs- und Fertigungstechnik einschlagen. Nach der Erweiterung umfasst das Technologiezentrum insgesamt rund 17.000 m².

Verwendete Methoden für das Plus-Energie-Gebäude

Schon in der Planungs- und Bauphase wurden einige Maßnahmen gesetzt, um durchgehend umweltfreundlich und klimaschonend zu arbeiten. So wurde der gesamte Rohbau aus Ökobeton hergestellt (bestehend aus: Hüttensand, Sulfatträgern und Spezialzusätzen). Bei einer erzielten Gebäudenutzfläche von ca. 6.500 m² konnte so bei der Produktion des Ökobeton gegenüber „herkömmlichem“ Beton rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Um die Energiebereitstellung am Standort möglichst gering zu halten, wird der Primärenergiebedarf durch folgende Maßnahmen weiter gesenkt:

  • Hochwärmegedämmte, wärmebrückenoptimierte Gebäudehülle
  • Haustechnik auf Passivhausniveau, Primärenergiebedarf reduziert durch:
    • Lüftungsanlage (Energierückgewinnung plus 90%)
    • Luftwechsel durch CO2-Fühler gesteuert (bedarfsabhängig)
    • Beleuchtung mittels LED
  • Energie am Standort
    • Thermische Energie mittels Erdwärme
    • Elektrische Energie mittels Photovoltaikanlage (1.300 m², 140 Kilowatt Peak)
    • Interne Lasten der Serverräume werden mittels Kleinwärmepumpen und Pufferspeichern rückgewonnen und dann zur Erwärmung der Mietbereiche eingesetzt
    • Produktmanagement durchgeführt, um die Umweltbelastung aus Baustoffen zu reduzieren und Emissionen zu vermeiden

Gebäudezertifizierung

Zur Qualitätsicherung wurde während der gesamten Planungsphase eine Bewertung gemäß klima:aktiv und Total Quality Building-Tool der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) durchgeführt. Diese planungsbegleitende Bewertung war hilfreich für die Erreichung der hohen Qualität des Gebäudes. Die klima:aktiv Bewertung ergibt mit Projektende das erste 1.000 Punkte klima:aktiv Dienstleistungsgebäude Österreichs (Ziel bei Planungsbeginn waren 700 Punkte). Auch bei der ÖGNB-Vorbewertung wurde mit 944 Punkten ein hervorragendes Ergebnis erzielt, welches in der Endbewertung mit 974 Punkten sogar noch übertroffen werden konnte.

Am 1. April 2014 wurde dem Projekt der EU Green Building Integrated Design Award verliehen.

Kontakt

Wirtschaftsagentur Wien

E-Mail: schaefer@wirtschaftsagentur.at

Website: Technologiezentrum Seestadt

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