Technologiezentrum Seestadt © Kurt Kuball

Im Nordosten Wiens entsteht in mehreren Etappen ein ganz neuer durchmischter Stadtteil. Hier entwickelt die Wirtschaftsagentur Wien das Technologiezentrum Seestadt. Als erstes gewerblich genutztes Plusenergie-Gebäude Österreichs zeigt das Technologiezentrum seit 2012 wie Energieeffizienz und ökologische Bautechniken das Klima schützen. Oberstes Ziel ist es, im Vollbetrieb über das Jahr mehr grünen Strom vor Ort zu erzeugen als zu verbrauchen. Das Technologiezentrum wächst – genauso wie die Seestadt selbst – schrittweise zu einem Campus heran. Schon der erste Bauteil beherbergt neben innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen die Pilotfabrik Industrie 4.0 der TU Wien sowie das Business Technology & Innovation Center von Atos.

Smarte Stadt der kurzen Wege

Seit 2020 bieten zwei weitere Gebäude noch mehr Platz für zeitgemäße Produktion und Industrie 4.0 in der Stadt. Technologieaffine Wiener Unternehmen beschreiten hier bereits auf rund 17.000 m² neue Wege in der Automatisierungs- und Fertigungstechnik. Auch das European Institute of Technologie (EIT) betreibt im Technologiezentrum in Kooperation mit der TU Wien sein Co-Location Centre East für smarte Produktion. Gerade dieses Nebeneinander von Wohnen, Lernen und Arbeiten in einer Stadt der kurzen Wege zeichnet nachhaltige Stadtquartiere und lokale Zentren aus. Des Weiteren tragen ein lebenszyklusorientiertes Planen und Bewerten zur hohen Qualität der Gebäude bei. Nachdem bereits die Pläne 944 von 1.000 möglichen Punkten (gemäß klima:aktiv und TQB-Standard der ÖGNB) erzielten, erreichte das fertige Bauwerk sogar 974 Punkte.

Ausgezeichnete Bautechnik

Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten sowohl beim Planen und Bauen als auch beim Betreiben des Gebäudes umweltfreundlich. So veranschaulichen sie, wie sich die Ziele der Smart City Wien Rahmenstrategie verwirklichen lassen. Zum Beispiel besteht der Rohbau aus Ökobeton. Dies führte schon in der ersten Bauphase zu Einsparungen von mehr als 1.000 Tonnen CO2. Der Primärenergiebedarf ist aufgrund einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle, der Haustechnik auf Passivhausniveau (vgl. Lüftungsanlage mit 90 Prozent Energierückgewinnung, LED etc.) und lokal erzeugter erneuerbarer Energie sehr gering (vgl. 140 KWp Fotovoltaik, Kleinwärmepumpen und Pufferspeicher). Die Wirtschaftsagentur Wien legt zudem Wert auf Baustoffe mit geringem ökologischen Fußabdruck. Folgerichtig erhielt das Technologiezentrum Seestadt am 1. April 2014 den Green Building Integrated Design Award der EU.

Kontakt

Wirtschaftsagentur Wien

E-Mail: schaefer@wirtschaftsagentur.at

Website: Technologiezentrum Seestadt

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