Hafen Wien © Eva Kelety

Denkwerkstatt und Mobilitätslabor für smarte City Logistik – Hafen Wien und BOKU starten den thinkport VIENNA um güterlogistische Innovationen in Wien zu entwickeln, zu testen und umzusetzen.

Der thinkport VIENNA ist eine Denk- und Innovationswerkstatt sowie ein offenes Mobilitätslabor, das sich mit den Herausforderungen der Logistik in urbanen Ballungsräumen umfassend und langfristig auseinandersetzt. Die Initiative will Katalysator, Inkubator und Multiplikator für neue Technologien, Prozesse, Dienstleistungen und Wissen sein, um güterlogistische Innovationen zu unterstützen. Der Hafen Wien dient mit seinem riesigen Areal dabei als reale Testumgebung. Hier gemeinsam mit PartnerInnen aus Forschung, Wirtschaft und Stadtverwaltung innovative, komplexe Prozesse und Technologien methodisch entwickelt, evaluiert und in Form von Pilotprojekten in der Praxis sowohl im Hafen Wien wie auch in der Stadt auszuprobieren.

In Österreich werden derzeit fünf Mobilitätslabore aufgebaut. Am Standort in Wien fokussiert man sich ausschließlich auf Güterverkehr und Logistik. Mit dem urbanen Mobilitätslabor thinkport VIENNA leistet die Universität für Bodenkultur einen Beitrag, um wissenschaftlich fundierte, nachhaltige Logistiklösungen für die Stadt der Zukunft zu entwickeln. Die Initiative thinkport VIENNA wird im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms „Mobilität der Zukunft“ durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) gefördert.

Transportieren, umschlagen, lagern, liefern: Auf möglichst kurzen Wegen, umweltfreundlich und ressourcenschonend

In der Praxis geht es um eine zukunftsorientierte, integrative und smarte Planung und Entwicklung nachhaltiger Verkehrsinfrastrukturen sowie um die Einrichtung und Etablierung smarter Logistikumschlagknoten mit dem besonderen Fokus auf die „letzte Meile“. Transportieren, umschlagen, lagern, liefern – und das auf möglichst kurzen Wegen sowie in einer Art und Weise, die den Flächenverbrauch und die Ressourcen schont. Das ist eines der zentralen Themen, um die sich viele mögliche Pilotprojekte drehen. Im Zeitalter von Digitalisierung und Dekarbonisierung (Umstellung auf umweltfreundliche Energieträger) spielen dabei auch neue Technologien vielfach eine entscheidende Rolle.

Die Palette möglicher Projekte reicht von der Logistik für Biolebensmittel und deren umweltfreundlicher Auslieferung an EndkundInnen in der Stadt über die computerunterstützte Lager-Logistik bis hin zum Test von selbstfahrenden Lkw im Hafenareal. Dazu kommen Initiativen, um das Problembewusstsein für das Thema Logistik bei der Bevölkerung zu schärfen, indem erklärt wird, wie Logistik funktioniert: zum Beispiel von der Online-Bestellung eines Produktes bis zur Lieferung des Pakets an die EmpfängerInnen. Auch soll sich der Hafen Wien verstärkt als Standort für Start-ups aus dem Logistikbereich positionieren.

Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Stadtverwaltung: Offene Plattform für alle logistikaffinen PartnerInnen

Der thinkport VIENNA versteht sich als offene und breite Plattform, die sich an Unternehmen und Organisationen wendet, die an Innovationen im Bereich nachhaltiger urbaner Logistik interessiert sind. Dazu zählen neben der gesamten Verkehrs- und Logistikbranche auch alle Wirtschaftstreibenden, für die eine funktionierende Logistik eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist – vom Handelskonzern bis zum Handwerksbetrieb. Eine besonders wichtige Zielgruppe sind auch entsprechende Start-up-Unternehmen als Innovationsmotoren sowie die Stadtverwaltung mit ihren logistikrelevanten Organisationseinheiten.

Beim thinkport VIENNA mit dabei sind bereits folgende nationale und internationale Unternehmen als Letter-of-Intent-PartnerInnen: Heavy Pedals (Lastenradtransport und -verkauf OG), Effizienzcluster Management GmbH-Mülheim an der Ruhr (Deutschland), G. Zoubek-Vertriebs-KG (Adamah), iMinds Living Labs der Ghent University (Belgien), NetPort Science Park AB (Karlshamn, Schweden), Scania Österreich Ges.m.b.H., Stadt Wien, Magistratsdirektion – Bauten und Technik (Stadtbaudirektion), StoreMe GmbH (Österreich), Sustain SA, Australian Living Labs Innovation Network (Australien), WIENER LINIEN GmbH & Co KG, Wirtschaftskammer Wien (Sparte Transport und Verkehr).

Pilotprojekt: „Paketraum“: Weg mit dem „gelben Zettel“ – das Packerl aus dem Paketraum ums Eck 

Jeder kennt das Problem: Ganz schnell ist online ein Produkt bestellt. Nur bei der Lieferung ist niemand zu Haus, der das Paket übernimmt. Die Entkoppelung von Lieferung und Annahme von Paketsendungen ist eine logistische Herausforderung. Denn erfolglose Zustellversuche führen zu zusätzlichen Wegen und zusätzlichem Aufwand für die EmpfängerInnen genauso wie für die VersenderInnen.

Eine gute und bereits vorevaluierte Lösung sind sogenannte Paketräume. Dabei handelt es sich um einen Raum mit unterschiedlich großen Schließfächern für die Hinterlegung von Paketen, zustellerneutral – also offen für alle Pakete, egal von welcher Zustellfirma sie kommen. Schon bei der Bestellung der Ware geben die KundInnen an, in welchen Paketraum geliefert werden soll. Der Zutrittscode für den Paketraum sowie der Code für das Öffnen des Schließfaches werden via SMS oder Mail übermittelt. In den Paketräumen soll es auch Packstationen geben, über die der Versand von Paketen möglich ist.

Paketräume könnten in leerstehenden Geschäftslokalen eingerichtet werden oder auch als In-House Lösung in Wohnhausanlagen. Auch mit PostpartnerInnen, Cafés, Einkaufsservices, Wäschediensten, um nur einige Beispiele zu nennen, wären Kooperationen sinnvoll. Wichtig ist ein engmaschiges Netz. Denn es geht darum, dass die Paketräume leicht und schnell erreichbar sind. Die „Packerl“ sollen bei der Erledigung der täglichen Wege abgeholt werden können.

Derzeit wird ein entsprechendes Pilotprojekt konzipiert. Einer der PartnerInnen aus der Wirtschaft steht bereits fest und wird StoreMe sein, um eine entsprechende nutzerfreundliche Web- und App-basierte Anwendung zu entwickeln. Mit StoreMe kooperiert der Hafen Wien bereits seit geraumer Zeit. Das junge Start-up-Unternehmen vermittelt freie Lagerflächen für Privatpersonen und Unternehmen online per Mausklick. So konnte mit Hilfe von StoreMe zum Beispiel das Tiefkühllager im Hafen Wien durch die Partnerschaft mit einer Eisfabrik ausgelastet werden.

Pilotprojekt: Logistik Rodeo zur Bewusstseinsbildung

Eine Ware ist schnell online bestellt und ziemlich rasch ist sie auch bei den KundInnen, oft innerhalb von 24 Stunden. Doch wie sehen die logistischen Schritte und Herausforderungen dazwischen aus? Welche Auswirkungen auf Umwelt und Stadt haben unsere Logistiksysteme und wie kann man sie optimieren?Beim Logistik Rodeo (© Adamah) ist man mit einem speziell adaptierten Bus durch die Stadt unterwegs und erlebt live, wie Logistik in der Stadt funktioniert. Der Bus besteht im vorderen Teil aus einem Passagierabteil und im hinteren Teil aus einem Frachtabteil. Ein Guide erzählt, wie die Stadt logistisch funktioniert, welche Warenmengen bewegt werden, wie die Zukunft der urbanen Logistik aussehen kann. Gleichzeitig erlebt man, wie ausgeliefert wird, um die Funktionen und Herausforderungen des täglichen Logistikbetriebes kennenzulernen. Das Spektrum reicht von der Lebensmittelzustellung bis zum Paket. Während der Tour werden neue Technologien vorgeführt, um Menschen damit zu konfrontieren und Meinungen und Ideen einzuholen. Auch dieses Pilotprojekt wird derzeit konzipiert.

Kontakt

Dieter Pietschmann

Leitung Marketing & Kommunikation, Hafen Wien

Tel: +43 (0)1 72716-654

Mobil: +43 (0)664 455 76 86

E-Mail: pietschmann@hafenwien.com

Website Hafen Wien

Website thinkport VIENNA

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