© Christian Fürthner

Wie gelingt uns die Energiewende? Drei Basisstudien gehen auf Spurensuche!
Die Energiewende hin zu 100% erneuerbaren und zumindest CO2-neutralen Energien ist
eine gesellschaftliche Pflicht-Aufgabe, denn fossile Energieträger führen zur Verstärkung der Klimakrise sowie zu Umwelt- und Gesundheitsschäden.

Der Förderschwerpunkt Energy Transition 2050, ausgeschrieben vom Österreichischen Klima- und Energiefonds, fokussiert insbesondere auf „Transitionsprozesse und soziale Innovationen“ bei der Energiewende. Dabei soll vertiefendes Verständnis über diese beiden Begriffe erlangt werden, der systemisch-sozio-ökonomischen Gesamtkontext analysiert und Grundlagen für eine Veränderung bzw. bessere Steuerung gelegt werden. Ziel ist es, Kompetenzen und Kapazitäten zur Dekarbonisierung im Sinne der großen Transformation aufzubauen und bereitzustellen. Die gemeinsame Klammer der drei ausgeschriebenen Basisstudien besteht darin, dass diese das Forschungsfeld der Transition bzw. sozialen Innovation anhand unterschiedlich orientierter Sichtweisen – Top-down, Bottom-up und im räumlichen Zusammenhang – aufspannen:

  1. Studie transAT (Top-Down Instrumente für die Energiewende)
  2. Studie EBU (Bottom up – sozial innovative Handlungsansätze und neue AkteurInnen)
  3. Studie SINNergyTRANS (Social Innovations for Energy Transition)

transAT – Top-down Instrumente für die Energiewende 2050 in Österreich

Eine dieser drei geförderten Studien „transAT – Top-down Instrumente für die Energiewende 2050 in Österreich“ untersucht im Zeitraum Mai 2018 bis September 2019 wie und welche Top-down-Instrumente zur Transition des gesamten Energiesystems in Österreich – im Sinne einer 100%igen Dekarbonisierung – beitragen können. Die praxiserprobte Bietergemeinschaft setzt sich aus drei PartnerInnen aus Wissenschaft und Praxis zusammen, deckt damit die verschiedenen Handlungsebenen ab und kann den Realitätsbezug sowie die Umsetzungsorientierung der Ergebnisse sicherstellen.

Inhaltliche Schwerpunkte

Da die notwendigen politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark von (oft nur wenigen) EntscheidungsträgerInnen in Bund, Ländern und Städten/Gemeinden abhängen, setzt das Projekt stark auf die Einbindung und Aktivierung dieser Zielgruppe. Die Energiewende in Österreich erfordert ein klares politisches Commitment, welches weniger durch technische und wissenschaftliche Beweisführung erreicht wird, als durch die Einbindung und Aktivierung relevanter AkteurInnen über geeignete “soziale Innovationen”.
“Gesellschaftliche Transformationen entstehen durch aufeinander bezogene Veränderungen von Technologien, gesellschaftlichen Institutionen und individuellen Verhaltensweisen (Lifestyles) in einer Reihe von gesellschaftlichen Subsystemen”, schreibt der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU, 2011, S. 342) in seinem Hauptgutachten “Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine
Große Transformation”.

Das Projekt “transAT“ trägt aktiv dazu bei, dass Top-down-Instrumente, Transformationsprozesse und soziale Innovationen für die innovationsgetriebene Energiewende besser verstanden und real effektiver genutzt werden. Mithilfe der Einbindung relevanter AkteurInnen aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Medien werden wesentliche Themen für die Top-down Steuerung bzw. Governance einer Energiewende in Österreich erfasst, bewertet und verbreitet. Eine Recherche und Analyse von Top-down Instrumenten, Transitionsprozessen und sozialen Innovationen mit konkreten Fallbeispielen bietet die Grundlage für Stakeholder-Workshops sowie geplante “Learning interactions” und “Roundtables”. Schließlich werden mit Hilfe von ExpertInnen und basierend auf den Ergebnissen fundierte, konkrete, innovative und realisierbare Handlungsempfehlungen für den Klima- und Energiefonds abgeleitet, die einen Realitätsbezug und eine Wirkungsorientierung aufweisen.

Top-down-Instrumente wurden in den Bereichen

  1. der Schaffung geeigneter Rechtsgrundlagen (Gesetze und Verordnungen),
  2. der Gestaltung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen (Steuern, Förderungen),
  3. der Nutzung planerischer Instrumente (Raumordnung, Strategien),
  4. Methoden der Partizipation und Teilhabe von BürgerInnen (LA21-Prozesse, Regionalentwicklung) und
  5. Instrumente der Kommunikation und Bewusstseinsbildung gegliedert, analysiert, bewertet und priorisiert.

Neben der Aktivierung von Stakeholdern, liegen die Ziele der Basisstudie in der Formulierung von Maßnahmenempfehlungen sowie in der Beschreibung notwendiger Forschungs- und Umsetzungstätigkeiten – beispielsweise für künftige Ausschreibungen oder politische Entscheidungsprozesse. Detaillierte Maßnahmensteckbriefe gibt es zu den Themen:

  • Aufkommensneutrale CO2-Steuer
  • Klimawandel, Emotionen und Kommunikation
  • Energie im Prozess

Video

Video ‚Spielerisches Forschen für die Umsetzung der Energiewende‘: https://vimeo.com/313595098

Link

Klima- und Energiefonds Energy Transition 2050:  https://energytransition.klimafonds.gv.at/

 

Kontakt

Projektkonsortium TransAT

E-Mail: transat@oin.at

Projektkonsortium 

  • Österreichisches Institut für Nachhaltigkeit (ÖIN) –Projektleitung Alfred Striegl
  • Stadt Wien – Stadtplanung und Stadtentwicklung (MA18)
  • Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen (SIR)

                

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