Mauerwerk

Ökostrom aus Wasserkraft ist besonders umweltfreundlich, wenn bestehende Potenziale intelligent genutzt werden. Wien ist hier seit rund 100 Jahren Vorreiter.

Seit den 1910er-Jahren wird die natürliche Energie des Wassers genutzt, um mit Wiener Hochquellwasser Strom zu erzeugen. Eingesetzt wird dafür das aus den Gebieten Rax, Schneeberg, Schneealpe und Hochschwab stammende Hochquellwasser, das den Wasserbedarf Wiens zu rund 95 Prozent deckt.

15 Trinkwasserkraftwerke werden mit Hochquellwasser angetrieben

Insgesamt erzeugen 15 Wasserkraftwerke rund 65 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom aus Wiener Hochquellwasser. Damit wird aus Wiener Wasser so viel Strom gewonnen, dass St. Pölten komplett versorgt werden könnte. Zwölf dieser Kraftwerke werden von der Abteilung Wiener Wasser (MA 31) in den Quellgebieten und im Wiener Stadtgebiet betrieben. Zwei weitere Kraftwerke führt Wien Energie am Fuße einer 90 Meter hohen Gefällestufe im niederösterreichischen Ort Gaming an der II. Hochquellenleitung. In Wien Mauer wird ein Kraftwerk durch die Hochquellstrom Vertriebsges.m.b.H – einer Tochter der Siemens AG – betrieben.

Strom direkt von der Quelle

Elf der Wasserleitungskraftwerke befinden sich direkt in den Quellgebieten der I. und II. Hochquellenleitung. In Wildalpen betreibt die MA 31 insgesamt sieben Kraftwerke. Ihre Energie versorgt den gesamten Ort und die Anlagen der Wasserversorgung. Die Überschussenergie wird an die Stadtbetriebe Mariazell geliefert. Im Quellgebiet Hirschwang (NÖ) stehen weitere vier Trinkwasserkraftwerke in Betrieb.

Zwei Wasserkraftwerke mitten in Wien

Nachdem bereits 2006 das Trinkwasserkraftwerk Mauer am Ende der II. Wiener Hochquellenleitung ans Netz ging, wurde Anfang 2014 am Wienerberg das zweite Kraftwerk auf Wiener Stadtgebiet in Betrieb genommen. Es wurde in der Schieberkammer des neuen Wasserbehälters Wienerberg errichtet und kann pro Jahr rund 250.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Statt einer Turbine kommt hier eine Kreiselpumpe zum Einsatz, wodurch sich deutliche Kostenvorteile ergeben. Da Turbinen für Kraftwerke normalerweise Sonderanfertigungen sind, liegt ein großer Vorteil in der Einsparung der Herstellungskosten. In diesem Fall wird nämlich eine handelsübliche Kreiselpumpe für den Kraftwerksbetrieb genützt.

Trinkwasserversorgung hat Vorrang

Voraussetzung für den Bau von Trinkwasserkraftwerken ist, dass die Qualität des Quellwassers nicht beeinflusst wird. Sichergestellt wird das technisch konstruktiv und durch die Verwendung von speziellen “trinkwassertauglichen” Materialien und Betriebsmitteln. Außerdem hat beim Betrieb der Kraftwerke die Kontinuität der Wasserversorgung gegenüber der Erzeugung elektrischer Energie immer Vorrang. Auch deshalb verfügen die mit Wiener Wasser betriebenen Kraftwerke über einen sogenannten Bypass. Dieser leitet im Fall eines Stillstandes des Kraftwerkes die gesamte Wassermenge an den Turbinen vorbei und garantiert so zu jeder Zeit die Wasserversorgung der Millionenmetropole Wien.

Ausbau von Trinkwasserkraftwerken

Mit dem Ausbau von Trinkwasserkraftwerken in Wien und im Bereich der beiden Wiener Hochquell­leitungen leistet die MA31 einen zusätzlichen Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern.

Aus den Erkenntnissen der Machbarkeitsstudie “Ausbau der Wasserkraftnutzung im Trinkwassernetz der Stadt Wien” ist für das Jahr 2015 ein Trinkwasserkraftwerk in der Schieberkammer der Behälters Schafberg geplant. Dieses hat 2016 eine Jahresleistung von circa 387.000 Kilowattstunden erbracht.

Weitere Trinkwasserkraftwerke in den Anlagen der Wasserversorgung in Wien sind geplant.

Kontakt

Wiener Wasser (MA 31) – Astrid Rompolt

E-Mail: astrid.rompolt@wien.gv.at

Website: http://www.wien.gv.at/wienwasser/versorgung/kraftwerke/

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