(C) Wiener Wildnis

Die Alte Donau ist Wiens beliebtestes Freizeitgewässer. Die Wasserqualität des 1,6 kmgroßen Binnengewässers ist ausgezeichnet, die Artenvielfalt hoch und die ökologische Vitalität intakt.

Damit dies auch so bleibt, hat die MA 45 – Wiener Gewässer im Juli 2013 ein großangelegtes EU-Projekt gestartet. Rund 3,6 Millionen Euro – die Hälfte sponsert die EU – stehen zur Verfügung, um die Alte Donau einerseits noch natürlicher zu gestalten und andererseits sicherzustellen, dass auch künftige Generationen das Naherholungsgebiet genießen können.

Neue naturnahe Uferabschnitte

Rund fünfeinhalb Kilometer, das sind ein Drittel der Uferlänge der Alten Donau, sollen ökologisch verbessert und naturnah gestaltet werden. Dabei werden Uferbereiche neu bepflanzt, Röhrichtzonen angelegt, Schilfbereiche verjüngt und Baumstämme als Fischunterstände eingebracht.

Neue Liegewiese ArbeiterInnenstrand

Seit Mai 2015 steht eine neue, frei zugängliche Liegewiese mit Badezugang an der Oberen Alten Donau zur Verfügung. Mit einer Fläche von 23.000 m2 ist der ArbeiterInnenstrand die größte Grünraumrückgabe der Stadt Wien an die Öffentlichkeit seit Jahrzehnten. Viele Altbäume und die Schilfzone konnten erhalten bleiben, mehr als 60 neue Bäume wurden gepflanzt.

Die Menschen „ins Boot holen“

Einen großen Stellenwert nimmt die Information und Einbindung der Menschen ein, die die Alte Donau nutzen. Befragungen von AnrainerInnen gehören ebenso dazu wie Workshops für Kinder und Jugendliche. Am 5./6. Juni 2015 wurde ein „Tag der Artenvielfalt“ an den Ufern des Kaiserwassers gemeinsam mit der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22 durchgeführt. Mehrmals jährlich werden von ExpertInnen geführte Alte Donau-Spaziergänge angeboten. Die neue App „Wiener Wasserweg“ bietet an 21 virtuellen Stationen Details zu Geschichte, Kultur, Natur und Pflegemaßnahmen.

Neues Leitsystem für Alte Donau

Damit man sich entlang des rund 13 Kilometer langen Weges rund um die Alte Donau zurechtfindet, wurde von der MA 45 – Wiener Gewässer im Sommer 2015 ein Leitsystem geschaffen. Insgesamt 20 Stelen, größtenteils direkt am Wasser aufgestellt, zeigen wo´s langgeht.

Neuer Bodenfilter seit 2016

Im Frühjahr 2016 erfolgte der Baustart für einen biologischen Bodenfilter im Wasserpark, wassertechnisch gesehen das Herzstück des LIFE-Projektes. Über diesen soll Wasser von der Neuen Donau in die Alte Donau sickern. Die Hauptaufgabe des Filters, der aus einer mit Biofilm bewachsenen Gesteinsschicht besteht, ist es, dem Wasser dabei Nährstoffe zu entziehen.

Im Rahmen des LIFE+ Projektes sollen Tannenwedel und Co. in der Alten Donau weiterhin gefördert werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die niederwüchsigen Wasserpflanzen erfüllen die gleichen ökologischen Aufgaben wie die hochwüchsigen, erfordern aber einen geringeren Mähaufwand.

Auswahl an Maßnahmen, die in den Jahren 2014 bis 2017 realisiert werden

  • Weitere Erhöhung der Artenvielfalt, z. B. durch Anpflanzen und Förderung von niederwüchsigen Makrophyten (Unterwasserpflanzen, die für die Wasserqualität von enormer Bedeutung sind)
  • Noch umwelt- und kostenschonendere Makrophyten-Pflege, verbunden mit größtmöglicher Schonung des Fischbestands.
  • Renaturierung von weiteren Uferabschnitten und Schaffung von neuen Schonzonen in Uferbereichen für den Fischbestand und weitere Wasserlebewesen, wie zum Beispiel Amphibien, Libellen, Wasser- und Sumpfpflanzen
  • Einbau eines biologischen Bodenfilters am Wasserpark zur Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität der Alten Donau (Inbetriebnahme Juli 2016)

Projektdaten Life+ Alte Donau

  • Projekttitel: Integrated Lake Management of the Urban Lake Alte Donau/Integratives Gewässermanagement des urbanen Stillgewässers Alte Donau
  • Laufzeit: Juli 2013 bis Juni 2017
  • Budget: 3,6 Millionen Euro, zu 50 Prozent von der EU gefördert
  • Durchführung: Stadt Wien, Abteilung Wiener Gewässer (MA 45)

Kontakt

Mathilde Urban

MA 45 – Wiener Gewässer

E-Mail: mathilde.urban@wien.gv.at

Website: www.gewaesser.wien.at oder www.life-altedonau.wien.at

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