Bis Ende des Jahrhunderts rechnen WissenschafterInnen in Neubau mit 50 bis 55 extremen Hitzetagen pro Jahr. Damit gehört der 7. Bezirk zu den vom Klimawandel stark betroffenen Gebieten Wiens. Die Neugestaltung der Zieglergasse ist ein Pilotprojekt, das zeigt, wie man Hitzetage auch im dicht bebauten Neubau erträglich machen kann.

Die zunehmend heißen Sommertage sind eine große Belastung für die BewohnerInnen der Stadt. Besonders Kinder, kranke und alte Menschen leiden unter hohen sommerlichen Temperaturen. Um nachhaltig Abhilfe zu schaffen, wird die Zieglergasse eine sogenannten „Kühle Meile“ – Wiens erste klimaangepasste Straße.

Maßnahmen

Entlang von gut einem Kilometer sorgen 24 Bäume für Beschattung. Wasserentnahmestellen bieten Erfrischung für Menschen und Tiere. Kühlbögen sollen bestimmte Straßenabschnitte effektiv um mehrere Grad kühlen. Diese Maßnahmen helfen die Lebensqualität auch bei zunehmender Hitze in der Stadt zu erhalten.

Im Vordergrund des Klimaanpassungprojekts „Kühle Meile“ steht das Wohlbefinden von Mensch und Tier. Mit den Bepflanzungen, Möblierungen, Bänken, Wasserentnahmestellen und Kühlelementen entstehen natürlich beschattete Orte für Begegnung. Auch für Hunde entstehen Vorteile an heißen Sommertagen, sie profitieren von Trinkbrunnen und Beschattungen in der „Kühle Meile“.

Folgende Bereiche erhalten besondere Aufmerksamkeit bei der Umgestaltung:

  • Vorplatz der Volksschule auf Höhe der Zieglergasse 21
  • Häuserrücksprung auf Höhe der Hausnummern 34/34A
  • Kreuzungsplateau mit der Westbahnstraße
  • Bereich zwischen Badhausgasse und Lerchenfelder Straße

An diesen Stellen entstehen zusätzliche Gehsteigerweiterungen, sogenannte Sitz-Schatten-Module, neue Grünflächen, Kühlbögen und zusätzliche Trinkwasseraufsätze bei den bestehenden Hydranten.
Für FahrradfahrerInnen gibt es insgesamt 150 Stellplätze, die auf dem gesamten Abschnitt verteilt werden. Durch die Entfernung der Ampel am Kreuzungsplateau Zieglergasse/Westbahnstraße ergeben sich zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen (Fahrbahnanhebungen) und verbesserte Sichtbeziehungen (Gehsteigvorziehungen). Die vorab geprüfte Veränderung bringt eine erhöhte Verkehrssicherheit mit sich.

Kosten und Zeitrahmen

Die Gesamtkosten für die Neuadaptierung der Zieglergasse nach den notwendigen Wasserrohrarbeiten belaufen sich auf rund 2,4 Mio. Euro. 70 Prozent (ca. 1,7 Mio.) werden aus dem Zentralbudget der Stadt Wien (der Großteil davon aus der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung sowie weitere 80.000 Euro von der Geschäftsgruppe Umwelt und Wiener Stadtwerke für Grünraumgestaltung) getragen. Die verbleibenden, circa 30 Prozent der Kosten trägt der Bezirk Neubau.

Kühle Meile Facts

Bauabschnitt: Zieglergasse von Apollogasse bis Lerchenfelder Straße (2018 wurden zwischen Mariahilfer Straße und Apollogasse bereits vier Baumscheiben realisiert)

Baubeginn: August 2019
Bauende: Dezember 2019

  • 4 Kühlbögen
  • 5 Pergolen mit Sitzelementen
  • 32 Einzelsessel
  • 5 Hydrantenaufsätze
  • 20 Bäume (+4 Bäume aus 2018)
  • 263 Stellplätze nach dem Umbau
  • 724 Garagenplätze
  • 150 Fahrradstellplätze

Kontakt

Bezirksvorstehung Neubau

E-Mail: post@bv07.wien.gv.at

Website: https://www.wien.gv.at/bezirke/neubau/umwelt/kuehlemeile.html

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