(c) Lubomir Hlasek

Das Projekt trägt dazu bei die Natur in der dicht bebauten Stadt zu schützen. Der smarte, partizipative Ansatz des Projekts und der Beitrag der Bevölkerung zur Kartierung der Nistplätze sind dabei maßgeblich.

Mauersegler sind die wahrscheinlich bekanntesten und faszinierendsten Vögel im dicht bebauten urbanen Raum. Undenkbar wäre der Sommer ohne ihre typischen Rufe und Flugspiele, die das Stadtbild beleben und für viele Menschen ein wichtiger Naturbezug sind. Zudem sind die Vögel auch aus physiologischer und ökologischer Sicht spektakulär – welcher Vogel nutzt schon über Jahrzehnte denselben Nistplatz, verbringt außerhalb der Brutzeit sein Leben durchgehend in der Luft, sogar im Schlaf, und ist zudem als Insektenfresser ausgesprochen nützlich?

Im Zuge des Citizen Science Projektes der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 werden die nur aufwendig zu erfassenden Brutplätze der Vogelart mit Hilfe der Bevölkerung erfasst, exakt verortet und diese Informationen Architektinnen und Architekten, Bauträgerinnen und Bauträgern und allen anderen im Neubau und in der Sanierung arbeitenden Menschen online zur Verfügung gestellt. Die Vögel sind nicht nur nützlich und aus ästhetischer Sicht eine Bereicherung, sondern geraten aufgrund energetischer Sanierungen und Wohnraumverdichtung zunehmend unter Druck und das meist nur aus Unwissenheit. Die Berücksichtigung der Brutplätze ist dabei weder mit hohen Kosten, noch mit viel Aufwand verbunden, allein aufgrund der versteckten Lebensweise der Vögel gehen häufig Brutplätze verloren. Bei rechtzeitiger Berücksichtigung können die Vögel hingegen vor Ort gehalten werden ohne dass hohe Kosten entstehen oder nachträglich aufwendige Maßnahmen gesetzt werden müssen.

Citizen Science – der Beitrag der Bevölkerung

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem partizipativen Ansatz des Projektes. Wesentlich ist der Informationsfluss in mehrerlei Hinsicht. Einerseits in Hinblick auf den Schutzstatus der Vögel, ihrer Lebensweise und ihrer ökologischen Bedeutung, denn nur was man kennt, kann man auch schützen. Andererseits auch hinsichtlich der Identifizierung der Brutplätze, da Mauersegler sehr versteckt brüten und die Brutplätze nicht ohne weiteres gefunden werden können. Nur mit dem Wissen von Anrainerinnen und Anrainern ist es oft möglich die Brutplätze überhaupt zu identifizieren. In zahlreichen Exkursionen in verschiedenen Bezirken konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger mehr über die faszinierende Lebensweise der Vögel und ihren Schutz, über Partizipationsmöglichkeiten im Projekt und über die Arbeit der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 erfahren.

Neben der Wiener Bevölkerung haben 2018 auch zahlreiche Schulen mit ihren Beobachtungen das Projekt unterstützt, das vom Österreichischen Austauschdienst (OeAD) als so wertvoll befunden wurde, dass teilnehmende Schulen im Zuge des Citizen Science Awards gewürdigt wurden. Über 60 Nistplätze konnten die Schüler zu dem Projekt beitragen und zudem etwas über die Natur in der dicht bebauten Stadt lernen.

Kontakt

DI Ferdinand Schmeller

MA 22 – Wiener Umweltschutzabteilung

E-Mail: ferdinand.schmeller@wien.gv.at

Website: www.mauersegler.wien.at

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